Konfuzius-Institut Bremen


夏令营 Sommercamp 2014
Zwei Teilnehmer des Sommercamps 2014 auf dem Tian’enmen-Platz (Platz des himmlischen Friedens) in Peking

Tag 1: Ankunft in Peking

Gestern erst sind wir angekommen, aber wir haben das Gefühl, schon lange hier zu sein. Die vielen Eindrücke und der wenige Schlaf plus Zeitverschiebung haben unser Zeitempfinden total verwirrt.

Erste Eindrücke der Stadt: Umwerfend! Ich liebe Peking und fühle mich hier wohl wie sonst fast nirgendwo auf der Welt.

Heute hatten wir unseren ersten Unterricht. Die Klassenräume sind wahnsinnig niedlich eingerichtet, die Tische und Stühle sehen aus, wie für Puppen gemacht. Dennoch sitzt man auch als Europäer an den Tischen sehr bequem.

Beim Mittagessen kam meinem Appetit wieder mal das chinesische Verständnis von vegetarischem Essen in die Quere. So kam es, dass ich zwar aus Vorsicht fünf Mal nachgefragt und die Antwort bekommen habe, mein Essen wäre definitiv vegetarisch, beim Essen aber plötzlich etwas knochig-knorpelig-sehniges zwischen meinen Zähnen gnurpseln fühlen musste.

Lektion für heute: Hühnerfüße sind vegetarisch. In China zumindest.

Nach dem Essen ging es zum ersten Mal mit einem chinesischen Bus auf die Pekinger Straßen Richtung Tiananmen. Obwohl sich niemand an möglicherweise existierende Verkehrsregeln hält, fließt der Verkehr wie Wasser in einem Fluss. Wenn man chinesische Autos ohne Vorwarnung plötzlich ausscheren oder abbiegen sieht, ohne dass ein anderes dadurch überrascht abbremsen muss, bekommt man das Gefühl, chinesische Autofahrer könnten sich gegenseitig telepathisch über kurz bevorstehende Überholmanöver informieren. Und wenn das nicht klappt, gibt es immer noch die Hupe, die für meine Augen bzw. Ohren völlig wahllos eingesetzt wird, damit jeder weiß, wo sich der andere gerade befindet.

Peking ist wirklich groß, aber anders, als ich es erwartet hätte, empfinde ich die Größe und Menschenmenge überhaupt nicht als erdrückend. Alle Straßen und Plätze sind groß, offen und weit und man fühlt sich dadurch wahnsinnig frei.

Der Tiananmen-Platz und die verbotene Stadt waren riesig und wunderschön. Und obwohl Peking eine so große Weltstadt ist und so viele Touristenattraktionen hat, gab es außer uns erstaunlich wenig Ausländer, sodass unsere kleine Gruppe von allen Chinesen neugierig beäugt wurde. Wir wurden so oft zu Gemeinschaftsfotos mit den Chinesen gebeten, dass wir uns am Ende vorkamen wie Hollywoodstars im Urlaub.

Später ist eine kleinere Gruppe von uns noch in Richtung Wangfujing weitergefahren. Schöne Hotels, Banken, Restaurants und Shopping Center, viele kleine Läden...

Aber dann kamen wir in eine Snack-Straße. DIE Snack-Straße. Beißender Gestank von Stinke-Tofu verbrannte einigen von uns fast die Nasenhaare. Was ich dann aber sehen musste, hat mich sehr traurig gemacht. Überall Holzstäbe mit aufgespießten, noch lebenden Insekten, die wie verrückt gezappelt und sich vor Schmerzen gekrümmt haben. Es waren hauptsächlich Skorpione, die Seepferdchen und Seesterne waren zum Glück schon tot. Warum konnten diese Köche sie nicht sofort frittieren wie die in der Auslage auch? Warum mussten die armen Dinger so lange leiden? Wieder mal schockiert mich das fehlende Mitgefühl der meisten Chinesen für andere Lebewesen.

Nach stundenlangem Laufen fanden wir dann endlich ein Restaurant, in dem es tatsächlich noch Sitzplätze gab. Die waren aber auch dringend nötig, denn unsere Füße qualmten schon vom ganzen Herumlaufen in der Hitze und meine Schienbeine fühlten sich mittlerweile an wie Pudding!

Das Essen war super und danach ging es dann auch endlich zurück ins Hotel, per klimatisierter U-Bahn.

Endlich zu Hause mussten meine Zimmerpartnerin und ich auch gleich Klempner spielen, - leider gänzlich ohne Erfolg -, da die chinesischen Abwassersysteme wirklich schlecht sind. Ich hoffe, im Hotel gibt es eine Art "Rohr-Fix" oder "Rennie räumt die Rohre auf", damit wir morgen unser Bad auch wieder vollständig benutzen können.


Die Teilnehmer des Sommer Camps 2014 vor dem Kaiserpalast der Verbotenen Stadt





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