Konfuzius-Institut Bremen


夏令营 Sommercamp 2014

Tag 2: Chinesische Kunst

Ich gucke chinesisches Fernsehen. Es ist anstrengend zuzusehen; mit unserem Fernseher stimmt etwas nicht. Trotz rauschendem Bild starre ich gebannt auf den alten Hisense-Röhrenfernseher, in dem ich gerade mein neues Lieblingsgetränk über den Bildschirm schweben sehe. Ich liebe chinesischen Eistee! Habe davon mittlerweile einen ganzen Vorrat im Schrank.

Die chinesische Werbung ist inhaltlich genauso blöd wie jede andere auch. Ein Junge blamiert sich beim Basketballspielen, aber als er den Nationslieblingseistee aus der Tasche holt, ist er der Star der Schule.

Nach der Werbung läuft eine Art „Voice of China“ im Fernsehen, bei dem statt amerikanischen Popsongs traditionelle chinesische Musik gesungen, teilweise gekreischt wird. Es ist verrückt, mit was für hohen Stimmen chinesische Landfrauen singen können. Mir gefällt das.

Heute hatten wir nach dem Mittagessen einen chinesischen Kunstkurs. In einem größeren Vorlesungssaal sitzen wir vor großen, hauchdünnen Papierblättern, Pinseln und schwarzer Tusche, ebenfalls bewaffnet mit einer Ladung bunter chinesischer Ölfarben und folgen den Anweisungen eines Chinesen mit bemerkenswerten künstlerischen Fähigkeiten, die er per Projektor an der Wand vorführt. Bei ihm sieht es spielerisch leicht aus, während unsere Versuche uns in regelmäßigen Abständen zum Lachen bringen.

Über den von chinesischer Seite sofort vereitelten künstlerischen Versuch meines Hintermanns und dessen Gesicht beim Anblick des intimen Eingriffs in sein kreatives Werk muss ich so lachen, dass ich in Tränen ausbreche, die nun mein Gesicht mit Hilfe von wasserlöslicher Wimperntusche in ein traditionelles chinesisches Kunstwerk verwandeln.
Das Bild darf ich behalten.





Konfuzius-Institut Bremen e.V. | Hillmannplatz 6 | 28195 Bremen
Tel. 0421 - 2427 6242 | Fax: 0421 - 2427 6243 | E-Mail: info@konfuzius-institut-bremen.de | www.konfuzius-institut-bremen.de