Konfuzius-Institut Bremen


夏令营 Sommer Camp 2014
Die Teilnehmer des Sommer Camps 2014 vor dem Capital Museum in Peking

Tag 4: Ein Streifzug durch die Hutongs

Meine Zimmerpartnerin ist genervt. Sie hat Kopfschmerzen und versucht zu schlafen, aber ich bin noch wach und rödel rum, um das hier aufzuschreiben. Wir sind derzeit alle gesundheitlich etwas angeschlagen, deshalb mochte ich gestern auch nichts berichten. Nachdem ich gestern Abend die chinesische Kopfschmerztablette genommen hatte, - von der ich nicht einmal weiß, ob es eine chinesische Kopfschmerztablette war -, mochte ich kaum noch sitzen, geschweige denn aufstehen, um mein Buch zu holen. Gestern ist aber auch nicht viel passiert. Wir sind wieder mit unserem süßen kleinen Reisebus durch Peking gefahren und haben uns im Capital Museum mit Chinas Geschichte vertraut gemacht. Das war sehr interessant. Mindestens genauso interessant waren aber die kleinen Shops mit Schmuck auf jeder Etage. Natürlich konnte ich nicht widerstehen.

Heute auch nicht. Wir haben die Hutongs besucht, Pekings alte Straßen und Häuser, die heute fast alle zu Shops umfunktioniert sind. Das verrückteste war das Starbucks-Café in einem der größeren alten Häuser. Sowas gibt es auch nur in China.

Die Shops waren alle echt interessant. Alles war bunt und hat geglitzert, sodass ich wie eine Elster von Laden zu Laden gezogen wurde.


Zwei Teilnehmer der Summer Camps unterwegs in den Gassen Pekings

Das Essen da war auch toll. Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Wassereissorten, sowie der Mojito mit echten Minzblättern und Zitrone. Aber auch ohne Shops und Essen sind die Hutongs ein wunderbarer Ort. So wunderbar, dass wir noch länger geblieben und mit der hippen Frau Zhang um die Häuser gezogen sind.

Die Nebenstraßen waren besonders schön. In einer haben wir eine sehr schöne Katze mit langem Fell und verschiedenfarbigen Augen gesehen. Sie war zwar schön, aber sehr dünn und hatte Geschwüre am Rücken. Ich habe ihr etwas zu Essen gekauft, weil sie anfing, an meinen Taschen und an meiner Hand zu knabbern, aber sie wollte absolut nichts essen. Ich wollte sie dann zum Tierarzt bringen, musste aber erfahren, dass es nirgendwo in der Nähe einen Tierarzt gibt und Tierärzte in China sowieso viel kosten, mehr als Ärzte für Menschen. Ich denke, sie wird sterben, da niemand sie zum Arzt bringen wird.

Später haben wir dann eine tolle, sehr verwinkelte Bar gefunden, die innen zwar etwas zwielichtig aussah, oben aber eine wunderschöne Dachterrasse mit roten Sofas hatte und den schönsten Ausblick im ganzen Viertel. Als es anfing zu donnern, sind wir reingegangen, eine Etage bzw. eineinhalb (verwinkeltes Haus) tiefer, wo ein junger Mann live gespielt hat. Er hatte eine schöne Stimme und sein Ablöser auch, nur leider kannte keiner von beiden fröhliche Musik. Und so jammerte einer nach dem anderen über nicht erwiderte Liebe und selbst Frau Zhangs Versuch, den ersten Sänger zu etwas fröhlicherem zu animieren, holte ihn nicht aus seiner tiefen Melancholie.

Auf dem Rückweg kamen wir an unzähligen Bars vorbei, in denen gefühlt immer die gleichen Leute die immer gleiche melancholische Musik spielten. Da war die Jazzbar mit den ausländischen Musikern 'ne echte Abwechslung. Direkt auf der Straße hat dann tatsächlich einer Electro-Musik gespielt. Ich war ganz begeistert, sowas hatte ich hier auch noch nicht gehört.

Ich kann kaum glauben, dass ich diesen wunderschönen Ort so bald verlassen muss. Ich könnte für immer hier bleiben. Ich liebe diese Stadt!





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