Konfuzius-Institut Bremen


夏令营 Sommercamp 2014
Die Teilnehmer nach erfolgreichem Aufstieg

Tag 11: Der Aufstieg zur chinesischen Mauer und warum es sich gelohnt hat

Heute bin ich ein Fisch auf dem Trockenen. Als würde mir mein Wasser wieder entzogen werden. Morgen ist mein letzter Tag hier. Ich trage zum ersten Mal mein I-♥-Beijing-T-Shirt und vermisse diese Stadt, obwohl ich noch mitten in ihr bin. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, noch ein Jahr warten zu müssen, bis ich diesen wunderbaren Ort wiedersehe.

Viele von uns werden wohl die ganze Nacht wach sein und für den Abschlusstest lernen. Dazu kamen wir in den letzten zwei Wochen fast gar nicht. Wie hätten wir auch sollen? Für die meisten von uns ist unser erstes Mal in Peking und wir haben nur zwei Wochen, um so viel wie möglich von dieser Stadt zu sehen. Wie könnte jemand von uns erwarten, im Zimmer zu bleiben und zu lernen?

Heute waren wir endlich auf der chinesischen Mauer, dem Wahrzeichen von China. Es ist noch viel schöner dort als auf den Bildern. Leider wurde die Sicht durch Smog oder Nebel ein wenig beeinträchtigt.

Trotz der Schönheit: Der Weg nach oben war der Horror bei der Hitze. Deswegen war außer uns wohl auch fast niemand oben. Der Berg war so steil, dass ich vor lauter Anstrengung einen Asthmaanfall bekam und die 90° steile Treppe teilweise auf allen Vieren bewältigen musste. Ich war mittlerweile knallrot und wie alle anderen klatschnass.
Die uns entgegenkommenden Chinesen lachten mich auch noch aus, während mir schwarz vor Augen wurde und ich mich mit allen zur Verfügung stehenden Extremitäten an die Treppe klammerte, während die Chinesen selbst lange Schweißspuren hinter sich herzogen und in der Sonne dampften. Ein Sauerstoffzelt war nicht in Sicht, also weiter!
Als ich mit den Händen voran die chinesische Mauer erreiche, brauche ich ein wenig, um all die Schönheit um mich herum wirklich wahrzunehmen. In meinem Gehirn wurde gerade die maximal zulässige Gesamttemperatur überschritten. Meine Augen dampfen.
Als sich der Nebel langsam lichtet, bin ich erschöpft und glücklich. Ich stehe auf der chinesischen Mauer! Das ist der Wahnsinn. Ein Gefühl höchsten Respekts vor all den Arbeitern, die dieses Kulturerbe errichtet haben, breitet sich in mir aus. Ich will gar nicht versuchen, dieses Ding in Worte zu fassen.

Auf dem Rückweg denke ich über all die schönen Orte nach, die wir gesehen haben und all die tollen Sachen, die wir erlebt haben. Zum Beispiel das Wildhunderudel, das ich heute gesehen habe.

Bremen kommt mir auf einmal sehr grau und trostlos vor. Morgen Nacht fliege ich zurück und muss dann noch ein ganzes Jahr warten, bis ich China wiedersehe.

Aber ich werde wiederkommen. Ich kann es kaum erwarten.

Nina


Der Blick die chinesische Mauer entlang


Auf der chinesischen Mauer





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