In Zusammenarbeit mit dem Übersee-Museum Bremen.
Diese Veranstaltung findet im Übersee-Museum Bremen statt. Nähere Informationen zu Eintritt und Ticketkauf finden Sie hier.
Eine Anmeldung für diese Veranstaltung ist nicht nötig.
Über 20 000 deutsche Soldaten waren während des Boxerkriegs in China. Sie brachten Alltagsobjekte und Kunstschätze mit zurück, von denen viele nur durch Plünderung in ihre Hände gelangt sein konnten. Entweder zeitnah oder noch Jahrzehnte später fanden solche Objekte auch den Weg in große und kleine Museen. Doch wie kann man diese Objekte nach so vielen Jahren identifizieren - und welchen Sinn hat das überhaupt?
Seit 2022 fördert das deutsche Zentrum Kulturgutverluste das Forschungsprojekt "Spuren des Boxerkriegs in deutschen Museumssammlungen". In ihm wurde neben der Untersuchung konkreter Sammlungsstücke auch ein Leitfaden erstellt, der kleineren Häusern und Privatpersonen den Umgang mit diesem schwierigen Thema erleichtern soll. Die Referentin war Kuratorin der Asiensammlung im Hamburger Museum am Rothenbaum und ist Mitautorin dieses Leitfadens. Sie erzählt von Meilensteinen und Ergebnissen des Projekts und gibt Tipps, welche familiären Sammlungsstücke eine kritische Betrachtung lohnen könnten und welche eher nicht.
Dr. Susanne Knödel, Jahrgang 1958, machte zunächst einen Abschluss als Übersetzerin für Chinesisch und studierte Sinologie und Ethnologie in Köln, Bonn und Trier. 1994 ging sie als Leiterin der Abteilung Asien an das damalige Museum für Völkerkunde Hamburg (heute Museum am Rothenbaum Hamburg), wo sie 2016 auch die Leitung des Ressorts Wissenschaft übernahm. Sie beschäftigte sich intensiv mit der Provenienz der Hamburger Asiensammlung und ist auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand weiterhin in dieser Sache für das Museum tätig.